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Z
- A
aggraviert
verschlimmert; insbesondere durch weitere Faktoren belastete Krankheitszustände
AIDS
= Acquired Immune Deficiency Syndrome, engl. für erworbenes Immundefektsyndrom. Bezeichnet die durch die --> HIV-Infektion verursachte Zerstörung des --> Immunsystems mit seinen Folgeerscheinungen.
akut
schnell oder plötzlich auftretend, insbesondere bei --> Symptomen oder Krankheitsverläufen
Allergie
= Überempfindlichkeitsreaktion; durch Kontakt mit --> immunogenen Substanzen erworbene Bereitschaft, nach erneutem Kontakt mit diesem --> Antigen krankhaft zu reagieren; überschießende Reaktion des --> Immunsystems auf normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene, --> Antigene), die sich in typischen --> Symptomen äußert.
Allergologie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit --> Allergien (krankhaften Unverträglichkeiten) beschäftigt. Die entsprechende Zusatzbezeichnung findet sich oft bei Hautärzten, HNO-Ärzten und Lungenfachärzten, aber auch bei --> Internisten, Kinderärzten und Allgemeinärzten.
Allgemeinchirurgie
medizinisches Fachgebiet (mit der --> Viszeralchirurgie) und Teilgebiet der Chirurgie, das sich mit der --> operativen Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Schilddrüse, Nebenschilddrüsen und der Leisten beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der Inneren Medizin und --> Urologie.
Allotransplantation
häufigste Art der Organübertragung; der Spender eines Tranplantates gehört der gleichen Art an wie der Empfänger (allogene --> Transplantation). Entscheidender Erfolgsfaktor ist die Minimierung des Risikos einer Abstoßungsreaktion. Dies geschieht --> präoperativ durch einen Gewebevergleich (siehe HLA-Typisierung !) und --> postoperativ durch die Gabe von Medikamenten (sog. --> Immunsuppressiva).
Analgosedierung
(gelegentlich auch Sedoanalgesie genannt) Verabreichung von Medikamenten mit schmerzlindernder und beruhigender (einschläfernder) Wirkung
Anamnese
Vorgeschichte des Patienten, Beginn und Verlauf der Beschwerden des Kranken (vgl. --> Familienanamnese!)
Andrologie
Männerheilkunde; Teilgebiet der --> Urologie, das die Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane umfaßt (siehe --> Impotenz !)
Angiologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Gefäßerkrankungen (z.B. --> arterielle Verschlusskrankheit, --> Thrombose, --> Morbus Raynaud, --> Lymphödem) beschäftigt.
antegrad
nach vorn, in typischer Richtung (Gegenteil: --> retrograd)
Antibiotika
(Mehrzahl von Antibiotikum) Gruppe von Medikamenten mit hemmender oder abtötender Wirkung insbesondere gegen Bakterien
Antigen
Eiweiß- oder Zuckermoleküle, die vom --> Immunsystem als fremd erkannt werden und den Körper zur Bildung von --> Antikörpern veranlassen. Der Nutzen liegt für den Organismus darin, körperfremde Substanzen zu erkennen und ggf. abzuwehren. Beispiele sind die Abwehr von Krankheitserregern, die Blutgruppen- und Gewebeverträglichkeit (siehe --> Transfusion und --> Transplantation !) sowie die --> Allergien.
Antikörper
Spezielle Eiweißmoleküle (--> Immunglobuline), die von den --> B-Lymphozyten (sog. B-Zellen) als Reaktion auf entsprechende --> Antigene, die in den Körper gelangen, gebildet und abgesondert werden.
Anämie
= Blutarmut; durch Verminderung der Konzentration des --> Hämoglobins (roter Blutfarbstoff), des --> Hämatokrits (Anteil der zellulären Elemente am Blutvolumen) oder der Anzahl der --> Erythrozyten (roten Blutkörperchen) bedingtes Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und -angebot. Ursache ist entweder eine gestörte Blutbildung im Knochenmark (Eisenmangel, Krebs) oder ein vermehrter Abbau oder Verlust der roten Blutkörperchen (Blutung, --> Hämolyse). Typische Symptome sind Müdigkeit und Hautblässe.
Anästhesiologie
medizinisches Fachgebiet , das die Durchführung von -- > Narkosen (Anästhesie), die Intensivmedizin, die Schmerztherapie und teilweise auch die Notfallmedizin umfasst.
arterielle Verschlusskrankheit
sog. Schaufensterkrankheit, bezeichnet die Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten, meistens der Beine, verursacht durch --> Arteriosklerose; typisches --> Symptom ist die schmerzbedingte Einschränkung der Gehstrecke.
Arteriosklerose
= Arterienverkalkung; krankhafte Veränderung der Schlagadern mit Verhärtung der Gefäßwand, Verlust der Elastizität und Einengung des Blutflusses. Bedeutsame Volkskrankheit, die je nach betroffenen Gefäßen z.B. zum Schlaganfall, zum Herz-->infarkt oder zur --> arteriellen Verschlußkrankheit führen kann.
Arthroskopie
Spiegelung (vgl. --> Endoskopie!) eines Gelenks (Arthron)
asymptomatisch
ohne Krankheitszeichen (--> Symptome), vgl. auch --> inapparent !
aszendierend
Atherosklerose
= Arterienverkalkung, siehe --> Arteriosklerose !
Ausscheidungsurografie
(= --> i.v.-Pyelografie) Methode zur röntgenologischen Darstellung der Harnwege mittels --> intravenös verabreichtem Kontrastmittel
Autismus
auch Asperger-Syndrom genannt, bezeichnet eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die vor allem den sozialen Kontakt mit der Umwelt und den Ausdruck von Gefühlen massiv einschränkt.
Autoimmunerkrankung
durch eine irrtümliche Abwehrreaktion gegen körpereigene Substanzen verursachte Krankheit. Der Fehler des --> Immunsystems führt zu schweren Entzündungsreaktionen mit unterschiedlichen Organschädigungen (z.B. --> Diabetes mellitus Typ 1, Multiple Sklerose, Colitis ulcerosa, Sklerodermie, Morbus Crohn)
Autonomes Nervensystem
siehe --> vegetatives Nervensystem!
AVK
= --> arterielle Verschlusskrankheit
- oben
- B
B-Lymphozyten
kurz B-Zellen. Untergruppe der weißen Blutkörperchen (--> Leukozyten), die --> Antikörper bilden und absondern können (--> humorale Immunantwort)
Beta-Blocker
(auch Beta-Rezeptorenblocker, Beta-Sympatholytika) medikamentöse Wirkstoffe, die die erregende Wirkung der körpereigenen Hormone Noradrenalin und Adrenalin (vgl. --> sympathisches System!) auf die beta-Rezeptoren an den Zellen des Zielorgans verhindern. Wichtig sind die sog. kardioselektiven beta-1-Rezeptorenblocker, die gezielt die nur am Herzen vorkommenden beta-1-Rezeptoren blockieren.
Beta-Rezeptorenblocker
Beta-Sympatholytika
bilateral
Bilirubin
bezeichnet ein gelbes Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs --> Hämoglobin, das vorwiegend über den Darm ausgeschieden wird; siehe auch --> Ikterus und --> Cholestase !
Bronchialkarzinom
(auch: Lungenkarzinom, bronchogenes --> Karzinom, Lungenkrebs) eine bösartige Neubildung entarteter Zellen der --> Bronchien. Das Bronchialkarzinom ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen. Hauptursache ist das Tabakrauchen, viel seltener die beruflich bedingte Inhalation z.B. von Asbest oder Chrom.
Bronchien
= Bronchi (Mehrzahl von Bronchus), untere Luftwege. Verästelungen der Luftröhre.
Bronchoskopie
Spiegelung (vgl. --> Endoskopie!) der unteren Luftwege, dient z.B. der --> Diagnostik eines --> Bronchialkarzinoms oder der Entfernung von Fremdkörpern.
- oben
- C
CAPD
= continuously ambulatory peritoneal dialysis, englisch für kontinuierliche ambulante --> Peritonealdialyse
Cardiotokografie
CCT
= craniale CT (siehe --> kranial und --> Computertomografie!) oder Schädel-CT. Computertomografische Untersuchung des Kopfes
Child-Turcotte-Pugh-Score
Stadieneinteilung der --> Leberzirrhose (Child A-C) anhand von fünf Kriterien; ermöglicht zugleich eine Abschätzung der --> Prognose (vgl. auch --> MELD-Score !).
Chirurgie
- Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Behandlung von Krankheiten und Verletzungen durch --> operative Eingriffe befasst. Schwerpunktbezeichnungen sind Gefäß-, Thorax- und Viszeralchirurgie. Eigenständige Gebietsbezeichnungen sind --> Herz-, --> Kinder-, --> Mund-Kiefer-Gesichts-, --> Neuro- und --> Plastische Chirurgie.
- Fachabteilung im Krankenhaus, die für chirurgische Eingriffe zuständig ist.
Cholestase
= Gallenstauung; bezeichnet den Rückstau von Bilirubin und Gallensäuren in die Leber durch eine Abflussstörung der Galle in den Darm; oft durch Gallensteine ausgelöst; Leit-->symptom ist die Gelbsucht (--> Ikterus).
Cholesterin
auch Cholesterol genannt; ein lebenswichtiges --> Lipid; Bestandteil der Zellmembran, Vorstufe der Gallensäuren und Steroidhormone
chronisch
lang andauernd, insbesondere für Krankheitsverläufe
chronisch-progredient
lang andauernde Erkrankung, in deren Verlauf die --> Symptome zunehmen oder zusätzliche --> Symptome entstehen.
Colitis ulcerosa
chronisch-entzündliche --> Autoimmunerkrankung des Dickdarms; schubweiser Verlauf mit blutigem Durchfall, krampfartigen Bauchschmerzen und ständigem Stuhldrang
Computertomografie
(= CT) Röntgenuntersuchung mittels eines computergestützten Schichtbildverfahrens
cranial
kopfwärts (siehe --> kranial!)
CTG
= Cardiotokografie. Verfahren zur fortlaufenden Messung des Herzschlags beim ungeborenen Kind in Abhängigkeit von der Wehentätigkeit, wichtig in der Spätschwangerschaft und kurz vor der Entbindung.
- oben
- D
Darmmotilität
Beweglichkeit der Darmwand
Defektheilung
im Gegensatz zur völligen Gesundung (--> Restitutio ad integrum) bleibt nach einer Erkrankung oder Verletzung zum Beispiel eine Narbe oder eine Funktionseinschränkung zurück.
Dermatologie
Lehre von den Erkrankungen der Haut; medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und --> konservativen wie --> operativen Behandlung von Haut- und Geschlechtskrankheiten, Allergien und Venenleiden beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der --> Phlebologie und --> Plastischen Chirurgie. Siehe auch --> Venerologie und --> STD !
deszendierend
Diabetes mellitus
sog. Zuckerkrankheit; Oberbegriff für Störungen des Glukosestoffwechsels aufgrund eines absoluten oder relativen --> Insulinmangels
Diabetologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Behandlung der Zuckerkrankheit (--> Diabetes mellitus) beschäftigt.
Diagnose
Erkennung und Bezeichnung einer Krankheit
Diagnostik
Gesamtheit der Untersuchungen, die der Erkennung einer Krankheit dienen
Dialyse
Blutreinigungsverfahren („Blutwäsche“, „künstliche Niere“) bei chronischer --> Niereninsuffizienz und akutem Nierenversagen; man unterscheidet verschiedene Verfahren (--> Hämodialyse, --> Hämofiltration, --> Hämoperfusion und --> Peritonealdialyse)
Differentialdiagnose
(= DD) Unterscheidung ähnlicher oder in Frage kommender Krankheitsbilder bei der Findung der --> Diagnose
Doppel-J-Katheter
(= DJK) in der --> Urologie benutzter dünner Schlauch, dessen kringelartig gebogene Enden (= pig tails, schweineschwanzartig) jeweils im Nierenbecken und in der Harnblase liegen
Double-J-Katheter
(= DJK) siehe --> Doppel-J-Katheter!
- oben
- E
EKG
= Elektrokardiogramm, die über Elektroden aufgezeichnete elektrische Herztätigkeit (vgl. auch --> Langzeit-EKG!)
Elektrokardiogramm
Embryopathie
angeborene Erkrankung und Fehlbildung, die durch Störungen in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten (Embryonalphase mit Entwicklung der Organe) verursacht wird (z.B. Alkohol- oder Rötelnembryopathie).
Endokrinologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von Hormonerkrankungen (z.B. der Schilddrüse oder der Nebennieren) beschäftigt.
Endoskopie
Spiegelung von Körperorganen, mit einem starren oder flexiblen Gerät (Endoskop) durchgeführt, das über eine Beleuchtung, eine Optik, eine Spülvorrichtung und einen Kanal zur Benutzung chirurgischer Instrumente verfügt. Je nach betroffenem Organ spricht man z.B. bei der Spiegelung der Luftwege von --> Bronchoskopie, des Magens von Gastroskopie (--> ÖGD), der Harnblase von --> Zystoskopie und der Gelenke von --> Arthroskopie. Die Endoskopie kann sowohl der Untersuchung als auch der operativen Behandlung dienen.
Enterisches Nervensystem
= Nervensystem des Magen-Darm-Trakts. Es ist Teil des --> vegetativen Nervensystems und stellt ein komplexes Geflecht aus Nervenzellen dar, das fast den gesamten Magen-Darm-Trakt durchzieht. Die Hauptkomponenten sind zwei Nervengeflechte, die in die Darmwand eingebettet sind. Sie regulieren u.a. die --> Darmmotilität, den Stoffaustausch und den Blutfluss im Darm. Das angeborene Fehlen dieser Nervenzellen führt zum --> Morbus Hirschsprung.
Epilepsie
auch Krampfleiden oder Fallsucht; bezeichnet ein Krankheitsbild mit mindestens zwei spontan auftretenden Krampfanfällen infolge von Entladungen von Nervenzellgruppen im Gehirn, die zu plötzlichen unwillkürlichen Verhaltensstörungen führen.
Erythrozyten
rote Blutkörperchen (im Gegensatz zu den weißen, vgl. --> Leukozyten !); Bildung im Knochenmark; Vorkommen im Blut; Transport von Sauerstoff durch das --> Hämoglobin
ESWL
= extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie. Modernes Standardverfahren zur Zertrümmerung von Nieren- und Harnleitersteinen, meist in --> Analgosedierung durchgeführt.
Eugenik
= Rassenhygiene; historische Bezeichnung für die Anwendung der Erkenntnisse der --> Humangenetik auf Bevölkerungen. Durch die Begünstigung der Fortpflanzung Gesunder und die Zwangssterilisation Kranker sollten die Erbanlagen in der Bevölkerung verbessert werden, ohne Berücksichtigung sozialer Faktoren und kultureller Traditionen.
Extravasat
- oben
- F
fakultativ
freiwillig, nach Belieben, im Gegensatz zu --> obligat
Familienanamnese
Erkrankungen von Verwandten und Vorfahren des Patienten (vgl. --> Anamnese!)
Fetopathie
angeborene Erkrankung und Fehlbildung, die durch Störungen in der fetalen Entwicklungsphase (von der 8. Woche der Schwangerschaft bis zur Geburt) verursacht wird. Die Empfindlichkeit für die Einwirkung schädlicher Stoffe ist hier jedoch deutlich geringer als in der frühen Schwangerschaft (vgl. --> Embryopathie !).
forensisch
gerichtlich, gerichtsmedizinisch
foudroyant
blitzartig, insbesondere für --> Symptome oder Krankheitsverläufe
fulminant
schnelle, zugleich sehr schwere Krankheitsverläufe
- oben
- G
Gangrän
trockener (mumifizierter) oder feuchter (stinkender, fauliger) Wundbrand; bezeichnet die Zersetzung und Verwesung von Gewebs-->nekrosen; bräunlich-schwarze Verfärbung durch den --> Hämoglobinabbau.
Gastroenterologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (z.B. Magengeschwür) sowie der Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse beschäftigt.
Gastroskopie
= Magenspiegelung; vgl. --> ÖGD und --> Endoskopie !
Genetik
= Vererbungslehre (siehe Humangenetik !)
Geriatrie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit den Krankheiten des (sehr) alten, mehrfachkranken Menschen befaßt; überschneidet sich mit Bereichen der Inneren Medizin, der --> Orthopädie, --> Neurologie und --> Psychiatrie.
Glomerulonephritis
ist eine meist --> autoimmune Entzündung der Filterkörper (Glomerula) im Nierengewebe; häufige Ursache für das chronische Nierenversagen. Vergleiche --> nephrotisches und --> nephritisches Syndrom !
Gynäkologie
= Frauenheilkunde; medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und --> konservativen wie --> operativen Behandlung von Krankheiten des weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstraktes beschäftigt.
- oben
- H
Hepatitis
Entzündung der Leber; vielfältige Ursachen wie z.B. Virusinfektionen, Vergiftungen (Alkohol, Medikamente) oder --> Herzinsuffizienz (Stauungshepatitis) möglich; je nach Verlauf werden die akute und die chronische Form unterschieden.
Herzinsuffizienz
Unvermögen des Herzens, die vom Körper benötigte Blutmenge rechtzeitig zu fördern. Man unterscheidet eine akute und eine chronische Verlaufsform sowie eine Links-, Rechts- und globale Herzinsuffizienz. Der Schweregrad der klinischen --> Symptome wird nach der "New York Heart Association" (NYHA I-IV) und der "American Heart Association" (AHA Stadium A-D) in vier Stufen eingeteilt. Die populären Begriffe der Herzschwäche und der Herzmuskelschwäche sind medizinisch ungenau.
HIV
= Human Immunodeficiency Virus, engl. für menschliches Immunschwäche-Virus. Die HIV-Infektion führt nach oft mehrjähriger --> Inkubationszeit zur Immunschwächekrankheit --> AIDS.
HLA-System
= humanes Leukozyten-Antigen-System, auch Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC) oder Transplantations-Antigen genannt; genetisch vorbestimmte, individuell unterschiedliche Gewebsmerkmale des Menschen. Das HLA-System eignet sich zur Bestimmung der Gewebeverträglichkeit vor --> Transplantationen, zur Aufdeckung von bestimmten Krankheiten mittels HLA-Typisierung (z.B. --> Morbus Bechterew) und schließlich zur Abstammungsbegutachtung (Vaterschaftstest).
Homöopathie
alternative, nicht naturwissenschaftliche medizinische Methode (neben der --> Phytotherapie und der --> anthroposophischen Medizin), im 19. Jahrhundert von Hahnemann begründet. Namensgebend ist das Ähnlichkeitsprinzip („Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“), welches besagt, dass eine Krankheit durch ein Mittel geheilt werden soll, das bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufen kann, wie sie der Kranke aufweist. Voraussetzung ist eine ausführliche --> Anamneseerhebung. Der Patient bekommt das Medikament in möglichst niedriger Dosis und in potenzierter Form. Bei diesem Verfahren wird das Mittel schrittweise mit Wasser oder Alkohol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben und dabei oft so stark verdünnt, dass der Ausgangsstoff nicht mehr nachweisbar ist. Die Homöopathie ist in Deutschland eine anerkannte sog. besondere Therapieform, die von Schulmedizinern und Heilpraktikern angewandt wird.
Homöostase
Aufrechterhaltung des inneren Milieus des Körpers, Selbstregulation wichtiger Regelsysteme (Kreislauf, Temperatur, pH-Wert, Wasser-, Elektrolyt- und Hormonhaushalt) durch Rückkopplung.
Humangenetik
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Erforschung der Erbkrankheiten, mit der Erstellung von Abstammungsgutachten und mit genetischer Beratung beschäftigt.
humoral
die Körperflüssigkeiten betreffend
Hyperlipidämie
erhöhte Blutfettwerte, siehe --> Hyperlipoproteinämie !
Hyperlipoproteinämie
erhöhte Konzentration von --> Cholesterin, --> Triglyzeriden und fetttransportierenden Eiweissen (--> Lipoproteinen) im Blut; bei der primären Form angeboren, bei der sekundären Form die Folge anderer Grunderkrankungen (z.B. Überernährung oder Alkoholsucht).
Hypertriglyzeridämie
erhöhte Konzentration der --> Triglyzeride im Blut; mögliche Ursachen sind u.a. Vererbung, Alkoholsucht, Überernährung, --> Diabetes mellitus und Medikamente.
Hypoxie
bezeichnet den Sauerstoffmangel im Gewebe. Ursächlich sind mangelndes Sauerstoffangebot (Höhenluft), --> Anämie (zuwenig Sauerstofftransport im Blut), --> Ischämie (mangelhafte Organdurchblutung) oder Vergiftungen (mangelnde Sauerstoffverwertung des Gewebes).
Hämatokrit
Anteil der zellulären Bestandteile des Blutvolumens, fast ausschließlich von der --> Erythrozytenkonzentration abhängig (siehe auch --> Plasma und --> Serum !).
Hämatologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen des Blutes sowie der blutbildenden Organe (Knochenmark) beschäftigt (z.B. --> Leukämie, --> Hämophilie).
Hämatom
Bluterguß, --> traumatische Einblutung ins Gewebe
Hämaturie
Vorkommen von Blut (genauer: roten Blutkörperchen) im Urin, entweder nur mit einem Mikroskop oder Teststreifen nachweisbar (--> Mikrohämaturie) oder sogar mit bloßem Auge sichtbar (--> Makrohämaturie); kommt bei Entzündungen, Harnsteinen oder Tumoren vor.
Hämodialyse
Blutreinigungsverfahren (vgl. --> Dialyse !) nach dem Prinzip des Konzentrationsausgleichs bestimmter Substanzen zweier Flüssigkeiten (Osmose durch eine teildurchlässige Membran)
Hämofiltration
Blutreinigungsverfahren (vgl. --> Dialyse !), bei dem Blutwasser über eine Membran abgepresst und anschließend Elektrolytlösung zurückgeführt wird.
Hämoglobin
= Hb; eisenhaltiger roter Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen (--> Erythrozyten), Sauerstoffträger im Blut; siehe auch --> Anämie (verringerter Hb-Wert), --> Polyglobulie (erhöhter Hb-Wert) und --> Bilirubin !
Hämolyse
der vermehrte Abbau von roten Blutkörperchen (--> Erythrozyten) mit entsprechender Verkürzung ihrer normalen Lebensdauer; als Folge sind eine --> Anämie und eine Gelbsucht (--> Ikterus) möglich.
Hämoperfusion
Blutreinigungsverfahren (vgl. --> Dialyse !), bei dem das Blut durch Aktivkohle gepumpt wird, um bestimmte Stoffe wie Insektizide oder Pilzgifte aus dem Blut entfernen zu können.
Hämophilie
Bluterkrankrankheit; vererbte Störung der Blutgerinnung mit unterschiedlicher Neigung zu spontanen Blutungen
Hämostase
Blutgerinnung, Blutstillung
Hämostaseologie
Lehre von der Blutgerinnung
- oben
- I
i.v.
= intravenös, Verabreichung (eines Medikamentes) in die Vene
Ikterus
= Gelbsucht; bezeichnet die gelbliche Verfärbung von Haut, Schleimhäuten und Skleren (= Lederhaut des Auges) durch eine erhöhte Konzentration von --> Bilirubin im Blut. Die Ursachen sind sehr vielfältig, z.B. --> Hämolyse, --> Hepatitis oder --> Cholestase.
Immunglobuline
immunogen
eine körperliche Abwehrreaktion (Immunantwort) auslösend
Immunsuppressiva
(Mehrzahl von Immunsuppressivum) Medikamente zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehrfunktionen (siehe --> Immunsystem !); --> [Link auf Indikation] indiziert bei --> Transplantationen (gegen die Abstoßungsreaktionen), bei vielen --> Autoimmunerkrankungen und bei --> Allergien.
Immunsystem
die biologische Abwehr des Körpers gegen Fremdstoffe (--> Antigene). Zum Abwehrsystem gehören u.a. die Thymusdrüse (hinter dem Brustbein), Lymphknoten, Milz und Mandeln.
in-vitro-Fertilisation
=IVF, Methode der künstlichen Befruchtung, und zwar im Gegensatz zur in-vivo-Fertilisation außerhalb des Körpers der Frau.
inapparent
noch nicht in Erscheinung getreten, insbesondere für --> Symptome (vgl. auch --> asymptomatisch !)
Indikation
(zwingender) Grund zur Anwendung eines bestimmten Untersuchungs- oder Behandlungsverfahrens bei einer bestimmten Erkrankung
Infarkt
ist ein Gewebsuntergang (--> Nekrose) infolge einer Sauerstoffunterversorgung (--> Hypoxie) durch unzureichenden Blutzufluss (--> Ischämie), meist aufgrund eines fast vollständigen Gefäßverschlusses. Beispiele sind der Herzinfarkt, der --> ischämische Hirninfarkt als häufigste Form des Schlaganfalls oder der --> Mesenterialinfarkt.
infaust
hoffnungsloser Krankheitsverlauf, sehr schlechte --> Prognose
Infektionsepidemiologie
zusammen mit der --> Mikrobiologie und --> Virologie Teil eines medizinischen Fachgebietes; befasst sich mit der Verbreitung und Kontrolle von ansteckenden Krankheiten.
Infusion
Verabreichung von Flüssigkeiten und Medikamenten in den Körper mittels Punktionskanüle; früher --> subkutan, heute überwiegend --> intravenös, selten über das Knochenmark.
Inkubationszeit
Zeitraum zwischen der Ansteckung mit einem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten --> Symptome der Infektionskrankheit.
Insulin
in den sog. Inselzellen der Bauchspeicheldrüse hergestelltes, blutzuckersenkendes Hormon; kann auch als Medikament bei --> Diabetes mellitus verabreicht werden.
Intensivmedizin
Behandlung mit den räumlichen, personellen und apparativen Voraussetzungen zur Überwachung und --> Therapie von Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Komplikationen
intermittierend
phasenhaft, in Bezug auf den Krankheitsverlauf etwa bei Fieber oder Vorhofflimmern
Intermittierendes Fieber
rascher Anstieg der Körpertemperatur, Normalisierung innerhalb von 24 Stunden und schließlich erneuter Anstieg (siehe --> Sepsis!).
Internist
Facharzt für Innere Medizin; medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und --> konservativen sowie --> interventionellen Behandlung von Krankheiten der Atmungsorgane (--> Pneumologie), des Herzens (--> Kardiologie), der Verdauungsorgane (--> Gastroenterologie), der Nieren (--> Nephrologie), des Blutes (--> Hämatologie), des Gefäßsystems (--> Angiologie), des Stoffwechsels (--> Endokrinologie und --> Diabetologie), des --> Immunsystems (Immunologie), des Stütz- und Bindegewebes (Rheumatologie) sowie von soliden Tumoren (--> Onkologie) und Infektionskrankheiten (Infektiologie) beschäftigt.
interventionell
--> internistische --> Therapieverfahren, die im Gegensatz zum --> konservativen Vorgehen gezielte Eingriffe am erkrankten Organ vornehmen (z.B. --> endoskopische Behandlung eines Magengeschwürs oder Gefäßerweiterung bei einer Herzkatheteruntersuchung); von --> invasiven oder --> minimal-invasiven Verfahren der --> Chirurgie teilweise nicht genau abzugrenzen.
intraoperativ
während eines --> chirurgischen Eingriffs, während einer --> Operation
intrauterin
innerhalb der Gebärmutter
intravasal
intravenös
(= i.v.) Verabreichung (eines Medikamentes) in die Vene
invasiv
in den Körper eindringend (vgl. minimal-invasiv!)
Inzidenz
Neuauftreten einer bestimmten Erkrankung in der Bevölkerung in einem bestimmten Zeitraum (vgl. --> Prävalenz!)
IPD
= --> intermittierende --> Peritonealdialyse
irreversibel
nicht umkehrbar, nicht rückgängig zu machen
Ischämie
bezeichnet die verminderte oder aufgehobene Durchblutung von Gewebe und damit dessen Unterversorgung mit Sauerstoff (--> Hypoxie). Je nach Dauer dieser Durchblutungsstörung kann es zum Absterben von Gewebe (--> Nekrose) bzw. zum --> Infarkt kommen.
- oben
- J
Jodmangelkropf
Schilddrüsen-Erkrankung, siehe --> Struma!
- oben
- K
kardial
Kardiochirurgie
= Herzchirurgie; medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und --> operativen Behandlung von Herzfehlbildungen und Herzerkrankungen beschäftigt (insbesondere Herz-Bypass-OP's); überschneidet sich mit Bereichen der --> Kardiologie, Gefäß- und --> Thoraxchirurgie.
Kardiologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen des Herzens und Kreislaufs beschäftigt (z.B. --> koronare Herzkrankheit, Bluthochdruck); überschneidet sich mit Bereichen der --> Angiologie, --> Neurologie und --> Pneumologie.
Kardiotokografie
Kernspinresonanztomografie
Kieferorthopädie
Teilgebiet der Zahnmedizin, das sich mit der Verhütung, Erkennung und Behandlung von Fehlstellungen der Kiefer und der Zähne (z.B. mit Spangen) beschäftigt.
Kinderchirurgie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und --> operativen Behandlung von Fehlbildungen, Erkrankungen und Verletzungen im Kindesalter beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der --> Pädiatrie, --> Urologie und --> Chirurgie.
Kinderkardiologie
Teilgebiet der Kinderheilkunde (--> Pädiatrie), das sich mit der Untersuchung und Behandlung von erworbenen und angeborenen Herz-, Lungen- und Kreislauferkrankungen beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der --> Herzchirurgie und --> Kinderchirurgie.
Kinderpsychiatrie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von psychischen, --> psychosomatischen und --> neurologischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen beschäftigt (z.B. Aufmerksamkeitsstörungen, --> Autismus, --> Epilepsie, Suchtkrankheiten); überschneidet sich mit Bereichen der --> Pädiatrie, --> Neurologie und --> Psychiatrie.
Kolik
sehr starke, urplötzlich und wellenartig auftretende Schmerzen (vgl. --> Nierenkolik und --> Gallenkolik!)
konservativ
Meint in der Medizin ein Vorgehen, das keine einschneidenden (--> invasiven) Maßnahmen einbezieht (Gegenteil -> operativ).
kranial
(lateinisch cranial) kopfwärts, den Kopf betreffend
- oben
- L
Laboratoriumsmedizin
medizinisches Fachgebiet, das sich fächerübergreifend mit der Untersuchung von Probenmaterial (Blut, Urin u.a.) beschäftigt.
Langzeit-EKG
= Langzeit-Elektrokardiografie, kontinuierliche Aufzeichnung der elektrischen Herztätigkeit über zumeist 24 Stunden mittels eines tragbaren, batteriebetriebenen Gerätes
Laser
Abkürzung für light amplification by stimulated emmission of radiation {Anm.: bitte die Buchstaben l a s e r hervorheben }, Apparatur zur Lichtverstärkung mit extrem hoher Energiedichte; praktische Anwendung in der Laser-(-->)Chirurgie als präzises Skalpell entweder mit guter Schnitt- oder --> Koagulationswirkung.
latent
schlummernd, noch nicht klinisch --> manifest, insbesondere für noch nicht aufgetretene --> Symptome einer Erkrankung
Leberzirrhose
bindegewebiger (narbiger) Umbau der Leber mit Stauung im Pfortaderbereich (--> portale Hypertension); Endstadium chronischer Lebererkrankungen, häufig bei Alkoholmissbrauch und chronischer Virus-->hepatitis (siehe auch --> Child-Turcotte-Pugh-Score und --> MELD-Score !).
letal
tödlich verlaufende Erkrankung
Leukozyten
weiße Blutkörperchen (im Gegensatz zu den roten, vgl. --> Erythrozyten !); Bildung im Knochenmark; Vorkommen im Blut, Knochenmark und in lymphatischen Organen; Teil des Abwehr- oder --> Immunsystems
Lipid
Sammelbegriff für wasserunlösliche Stoffe wie z.B. Fettsäuren, --> Triglyzeride oder Wachse
Lymphatische Organe
siehe --> lymphatisches System !
Lymphatisches System
Teil des --> Immunsystems, besteht u.a. aus --> Thymus, Knochenmark, Mandeln, Milz, Lymphknoten und Lymphgefäßen
- oben
- M
Magnet-Resonanz-Tomografie
Makrohämaturie
Vorkommen von Blut (genauer: roten Blutkörperchen) im Urin, mit bloßem Auge sichtbar (vgl. --> Mikrohämaturie !); kommt bei Entzündungen, Harnsteinen oder Tumoren vor (siehe --> Hämaturie !).
manifest
klinisch mit deutlichen --> Symptomen
Mediastinum
MELD-Score
Stadieneinteilung und --> Prognosebewertung chronischer Lebererkrankungen (Model for End-stage Liver Disease), wurde im Zusammenhang mit Leber-->transplantationen entwickelt (siehe --> Child-Turcotte-Pugh-Score und --> Leberzirrhose !).
Mesenterialinfarkt
bezeichnet den Verschluss eines Darmgefäßes, der zum --> Infarkt und zur --> Nekrose des entsprechenden Darmabschnitts führt; klinisch zunächst heftige Bauchschmerzen, anschließend trügerische Ruhe und schließlich Darmverschluß mit hoher Sterblichkeit.
Metaphylaxe
Mikrobiologie
zusammen mit der --> Virologie und --> Infektionsepidemiologie Teil eines medizinischen Fachgebietes; befasst sich mit den krankheitserregenden Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, --> Protozoen).
Mikrohämaturie
Vorkommen von Blut (genauer: roten Blutkörperchen) im Urin, nur mittels Teststreifen oder Mikroskop nachweisbar (vgl. --> Makrohämaturie !); kommt bei Entzündungen, Harnsteinen oder Tumoren vor (siehe --> Hämaturie !).
minimal-invasiv
möglichst geringes Eindringen von Geräten, Kathetern oder Nadeln in den Körper zur weitestmöglichen Vorbeugung von Körperverletzungen.
Minimal-invasive Chirurgie
(= MIC) operative Eingriffe mit kleinstmöglicher Verletzung von Haut und Weichteilen, mit dem Ziel einer raschen Genesung des Patienten bei geringeren --> postoperativen Beschwerden. Minimal-invasive Operationstechniken haben viele konventionelle Operationsverfahren mit ausgedehnterem Hautschnitt verdrängt, die früher als Goldstandard galten.
MODS
siehe --> Multiorganversagen !
Morbus Crohn
chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des Darmes, kann im gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After auftreten
MRT
(auch NMR: englisch für nuclear magnetic resonance) Magnet-Resonanz- oder Kernspinresonanz-Tomografie, computergestütztes Schichtbildverfahren mittels eines von außen angelegten starken Magnetfeldes (im Gegensatz zur --> Computertomografie ohne Röntgenstrahlen) mit sehr guter Darstellung anatomischer Strukturen
MS
Abkürzung für --> Multiple Sklerose
Multiorganversagen
auch MODS (multi organ dysfunction syndrome) genannt; das Versagen mehrerer lebenswichtiger Organsysteme des Körpers, kann u.a. bei --> Sepsis, --> Polytrauma oder --> anaphylaktischem --> Schock entstehen. --> Intensivmedizinisch können die ausgefallenen Organfunktionen vorübergehend ersetzt werden (Beatmung, --> Dialyse, Medikamente). Trotzdem ist die --> Prognose sehr schlecht.
Multiple Sklerose
abgekürzt MS. Chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, beginnt oft schubweise im jungen Erwachsenenalter, ist nicht heilbar.
- oben
- N
Narkose
medikamentös herbeigeführter, kontrollierter Zustand der Bewusstlosigkeit., der die Durchführung von besonders schmerzhaften oder anderweitig vom Patienten nicht tolerierten medizinischen Maßnahmen ermöglicht.
Nd-YAG-Laser
= Neodym-Yttrium-Argon-Granat-Laser (siehe --> Laser!)
Nekrose
bezeichnet den krankhaften Untergang von Zellen oder Gewebe.
Neonatologie
Teilgebiet der Kinderheilkunde (--> Pädiatrie), das sich mit den speziellen Problemen und deren Behandlung bei Frühgeborenen und kranken Neugeborenen befasst.
Nephrolithiasis
Nierensteinkrankheit. Bildung und Vorkommen von Steinen im Hohlsystem der Nieren sowie in den ableitenden Harnwegen mit akutem (Nierenkolik) oder chronischem Verlauf.
Nephrolitholapaxie, perkutane (PNL, PCNL, PNLL)
Steinentfernung durch Nierenspiegelung per Hautschnitt in der Flanke. Unter Ultraschallkontrolle und digitaler Röntgentechnik wird der Nierenstein von aussen durch die Haut punktiert und unter --> videoendoskopischer Sicht zunächst mit --> Laser zerkleinert und dann abgesaugt.
Nephrologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Untersuchung und --> konservativen Behandlung von Nierenerkrankungen beschäftigt (z.B. --> Glomerulonephritis, --> chronische Niereninsuffizienz); überschneidet sich mit Bereichen der --> Urologie.
nephrotisches Syndrom
Bezeichnet das Auftreten von Blut im Urin (--> Hämaturie) mit einem Blutdruckanstieg; häufig bei der akuten --> Glomerulonephritis anzutreffen.
nephrotisches Syndrom
Umfaßt eine hohe Eiweißausscheidung im Urin (sog. große --> Proteinurie), periphere --> Ödeme und erhöhte Blutfettwerte (--> Hyperlipidämie); häufig bei der chronischen --> Glomerulonephritis anzutreffen.
Neurochirurgie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und -- > operativen Behandlung von Fehlbildungen, Erkrankungen und Verletzungen des zentralen und peripheren Nervensystems beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der --> Neurologie, -- > Plastischen Chirurgie, -- > Psychiatrie und -- > Orthopädie. Häufig sind u.a. Bandscheibenvorfälle und Hirntumore.
Neurologie
= Nervenheilkunde; medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und -- > konservativen Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems und der Skelettmuskulatur beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der --> Psychiatrie, -- > Neurochirurgie, -- > Inneren Medizin und -- > Orthopädie. Häufig sind z.B. Schlaganfall, -- > Morbus Parkinson, -- > MS, -- > Demenz, -- > Migräne, Anfallsleiden und -- > Polyneuropathien.
Niereninsuffizienz
Einschränkung der Nierenfunktion, zumeist im Sinne eines chronischen Nierenversagens; als Kriterien dienen die Ausscheidung von Eiweiß im Urin (sog. --> Proteinurie), der Abfall der Nierenfunktion auf unter 60% der Norm (anhand der glomerulären Filtrationsrate, GFR) oder krankhafte Befunde der Nieren in bildgebenden Verfahren über mindestens drei Monate.
NIPD
= nächtliche --> intermittierende --> Peritonealdialyse
NMR
englisch für nuclear magnetic resonance; siehe --> MRT !
Nuklearmedizin
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Anwendung radioaktiver Substanzen und kernphysikalischer Verfahren zur Funktions- und Lokalisationsdiagnostik, mit --> Radionukliden in der Therapie und mit dem Strahlenschutz beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der Strahlentherapie und der --> Radiologie.
Nykturie
krankhaftes Wasserlassen in der Nacht
- oben
- O
obligat
verbindlich, vorgeschrieben, im Gegensatz zu --> fakultativ
Onkologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Verhütung, Früherkennung, Untersuchung und --> konservativen Behandlung von bösartigen Erkrankungen beschäftigt.
Operation
--> chirurgischer Eingriff in den Körper zu --> diagnostischen oder --> therapeutischen Zwecken, heute auch mittels Spiegelung (vgl. -->Endoskopie und -->Laparoskopie !); rechtlich gesehen eine Körperverletzung, setzt daher grundsätzlich die Zustimmung des Patienten voraus.
operativ
einschneidende Behandlungsmaßnahmen (im Gegensatz zu --> konservativen), mittels Operationen (per Hautschnitt oder per Spiegelung).
Ophthalmologie
= Augenheilkunde; Lehre von den Erkrankungen des Sehorgans.
Orthopädie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Entstehung, Verhütung, Erkennung und Behandlung angeborener oder erworbener Form- oder Funktionsfehler des Stütz- und Bewegungsapparates beschäftigt. Die orthopädische Behandlung bedient sich unter anderem chirurgischer Verfahren (beispielsweise Prothesenchirurgie), der Physiotherapie, der orthopädischen Schmerztherapie, der physikalischen und medikamentösen Arthrosebehandlung und der Orthopädietechniker und Orthopädieschuhmacher zur Anpassung von Hilfsmitteln, (beispielsweise Einlagen für Schuhe, Schuhzurichtungen an vorhandenen Konfektionsschuhen, Herstellung speziellen Schuhwerkes für Patienten, denen die Konfektion nicht gerecht werden kann). Ein wichtiges Arbeitsfeld ist die Orthopädie im Kindesalter. Vieles, was im Erwachsenenalter zu bleibenden Problemen werden kann, lässt sich beim Kind noch richten oder begradigen. Die Beratung bei der Berufswahl kann spätere Erkrankungen verhindern. In der Operationsverhütung liegt ohnehin eine der Hauptaufgaben der Orthopäden: Krankheitsbilder früh genug zu erfassen und so zu behandeln, dass eine Operation nicht notwendig wird. Angrenzende Fachgebiete sind Sportmedizin und Unfallchirurgie.
- oben
- P
Parasympathisches System
(= Parasympathikus, im Gegensatz zum --> Sympathikus) Der Teil des --> vegetativen Nervensystems, der dem Stoffwechsel, der Regeneration und dem Aufbau körpereigener Reserven dient und damit für Ruhe und Erholung des Körpers sorgt. Die anatomischen Zentren des Parasympathikus liegen im Hirnstamm und im unteren Rückenmark. Die wichtigste Überträgersubstanz (--> Neurotransmitter) ist Acetylcholin (ACh). Medikamente können die Wirkung des Parasympathikus auf die inneren Organe steigern (--> Parasympathomimetika) oder hemmen (--> Parasympatholytika).
paroxysmal
anfallsweise, in Anfällen auftretend
pathologisch
vom gesunden Zustand abweichend, krankhaft (im Gegensatz zu --> physiologisch)
pAVK
= periphere --> arterielle Verschlusskrankheit
PD
perakut
sehr schnell auftretend, insbesondere für --> Symptome und Krankheitsverläufe
perinatal
rund um die Geburt; Zeitraum zwischen der 28. --> SSW und dem 7. Lebenstag, für die Gesundheit von Mutter und Kind besonders kritische Periode.
perioperativ
Zeitraum unmittelbar vor, während und nach einem --> chirurgischen Eingriff
Peritonealdialyse
sog. Bauchfell-->dialyse; Blutreinigungsverfahren, bei dem das Peritoneum (= Bauchfell) des Patienten über einen eingepflanzten Katheter als Membran benutzt wird, um die harnpflichtigen Substanzen auszufiltern. Vorteil ist die recht einfache Handhabung zuhause und damit eine größere Unabhängigkeit des Dialysepatienten. Durch die Schonung des Kreislaufs können zudem auch alte und herzkranke Patienten behandelt werden können. Ein Risiko ist die mögliche Infektionsgefahr (--> Peritonitis).
persistierend
in konstanter Ausprägung, insbesondere für --> Symptome oder Krankheitsverläufe
Pharmakologie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Wirkung von Arzneimitteln auf Menschen beschäftigt. Vergleiche auch -- > Toxikologie !
Phlebologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von Gefäßerkrankungen, insbesondere Venenleiden (z.B. Krampfadern) beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der --> Angiologie, --> Dermatologie und --> Chirurgie.
Phoniatrie
zusammen mit der --> Pädaudiologie Teil des medizinischen Fachgebietes Sprach-, Stimm-, und kindliche Hörstörungen, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von Störungen der Stimme, des Sprechens, der Sprache und des Schluckakts beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der HNO-Heilkunde, --> Neurologie, --> Psychiatrie, --> Geriatrie, Zahnmedizin und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.
Physikalische Therapie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit Behandlungsformen befaßt, welche die Kräfte der Physik wie Wärme, Licht, und Strom nutzbar machen. Hauptanwendungsbereiche sind Schmerzen, Funktionseinschränkungen durch muskuläre oder Gelenküberlastung sowie Hautkrankheiten. Die entsprechende Zusatzbezeichnung findet sich oft bei --> Orthopäden, --> Internisten, und Hautärzten.
physiologisch
den normalen Lebensvorgängen entsprechend, nicht krankhaft (im Gegensatz zu --> pathologisch)
Plastische Chirurgie
medizinisches Fachgebiet, das sich allgemein mit Formveränderungen des Körpers beschäftigt. Als fachärztliche Gebietsbezeichnung umfaßt es Techniken der wiederherstellenden Chirurgie (infolge von Fehlbildungen, Verletzungen oder Tumor-Operationen), der Verbrennungschirurgie, der Handchirurgie und der --> ästhetischen Chirurgie.
Pleurahöhle
schmaler Spalt zwischen den beiden Schichten, die die Lunge bedecken bzw. den inneren Brustkorb auskleiden, mit einem Flüssigkeitsfilm gefüllt und mit relativem Unterdruck versehen, damit die Lungen nicht kollabieren.
Pneumologie
= Lungenheilkunde; Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Untersuchung und --> konservativen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der --> Bronchien, des --> Mediastinums und des Rippenfells beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der --> Onkologie, --> Chirurgie und --> Radiologie.
postnatal
postoperativ
nach einem --> chirurgischen Eingriff, nach einer --> Operation
postpartal
posttraumatisch
nach einer seelischen oder körperlichen Verletzung entstanden
Prognose
in der Medizin die Vorhersage, wie sich der weitere Verlauf einer Krankheit entwickeln wird; Heilungsaussicht
progredient
über einen längeren Zeitraum zunehmend oder sich verschlimmernd, insbesondere für --> Symptome und Krankheitsverläufe
prolongiert
überdurchschnittlich lange Dauer, insbesonder für --> Symptome oder Krankheitsverläufe
Prophylaxe
Vorbeugung, Verhütung von Krankheiten (vgl. --> Prävention!)
Proteinurie
krankhafte Ausscheidung von Eiweiß mit dem Urin
pränatal
präoperativ
vor einem --> chirurgischen Eingriff, vor einer -- Operation
Prävalenz
Häufigkeit einer bestimmten Erkrankung in der Bevölkerung (vgl. --> Inzidenz!)
Prävention
vorbeugende Maßnahmen; Ausschaltung von krankmachenden Risikofaktoren (primäre Prävention), Früherkennung von Krankheiten (sekundäre Prävention, Vorsorgeuntersuchungen)
Psychiatrie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und Behandlung seelischer und geistiger Erkrankungen sowie von Suchtleiden befaßt. Überschneidet sich mit Bereichen der --> Neurologie, der --> Psychotherapie und der --> Psychosomatik.
Psychoanalyse
eine von Sigmund Freud begründete Richtung der Psychologie; tiefenpsychologische Methode, die die menschliche Seele mit der Dynamik des Unbewußten erklärt. Siehe --> Psychotherapie !
Psychosomatische Medizin
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen im Spannungsfeld geistig-seelischer und körperlicher Störungen beschäftigt (z.B. Magen-Darm-Störung ohne nachweisbare organische Ursache, Suchtleiden, --> posttraumatische Belastungen, Krankheitsbewältigung); überschneidet sich mit Bereichen der --> Psychiatrie und --> Psychotherapie.
Psychotherapie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Behandlung geistig-seelischer Krankheiten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen befaßt. Typische Formen sind die Tiefenpsychologie (siehe --> Psychoanalyse !) und die Verhaltenstherapie; überschneidet sich mit Bereichen der --> Psychosomatik und der --> Psychiatrie.
Pyelonephritis
= Nierenbeckenentzündung.
Pädaudiologie
zusammen mit der --> Phoniatrie Teil des medizinischen Fachgebietes Sprach-, Stimm-, und kindliche Hörstörungen, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von Hörstörungen im Kindesalter beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der HNO-Heilkunde und der --> Pädiatrie.
Pädiatrie
= Kinderheilkunde; Lehre von den Fehlbildungen und Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters.
- oben
- Q
Quarantäne
vorübergehende Isolierung von Patienten mit ansteckenden bzw. leicht übertragbaren Krankheiten zum Schutz vor deren weiterer Ausbreitung
- oben
- R
Radiologie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit der --> diagnostischen und --> therapeutischen Anwendung von (Röntgen-) Strahlen sowie Methoden der bildgebenden Darstellung (Ultraschall, --> MRT) befaßt.
Rehabilitation
Wiederherstellung eines zuvor existierenden Gesundheitszustands; Maßnahmen zur Beseitigung oder Linderung von körperlichen, seelischen und sozialen Folgen eines Unfalls, einer Krankheit oder Behinderung; Wiedereingliederung in den (Arbeits-)Alltag. Gesetzliche Grundlage ist in Deutschland das Sozialgesetzbuch, Leistungsträger sind u.a. die gesetzliche Unfall- und Rentenversicherung, die Krankenkassen, die Bundesagentur für Arbeit und die Träger der Sozialhilfe.
Remission
vorübergehender oder dauerhafter Rückgang von --> Symptomen, jedoch ohne Erreichen der Genesung
remittierend
rückläufig; insbesondere für --> Symptome oder Krankheitsverläufe
Reproduktionsmedizin
medizinisches Fachgebiet, das sich mit Fragen und Methoden der natürlichen und künstlichen Fortpflanzung (vgl. --> in-vitro-Fertilisation !) beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der --> Gynäkologie, --> Urologie, --> Andrologie und --> Humangenetik.
Restitutio ad integrum
vollständige Ausheilung einer Krankheit oder Verletzung, die den unversehrten Zustand des Körpers (im Gegensatz zur --> Defektheilung) wiederherstellt.
retrograd
rückläufig, zurückliegend, der Flußrichtung entgegengesetzt (Gegenteil --> antegrad)
reversibel
Rezidiv
Wiederauftreten einer Krankheit nach Abheilung, Rückfall.
rezidivierend
wiederholt auftretend, insbesondere für --> Symptome oder Krankheitsverläufe
Rheumatologie
Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Untersuchung und Behandlung von chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates beschäftigt (z.B. --> rheumatoide Arthritis, --> Morbus Bechterew, --> Autoimmunerkrankungen); überschneidet sich mit Bereichen der --> Orthopädie.
- oben
- S
s.c.
= subcutan; bindegewebiger Bereich unter der Haut
Schock
periphere Mangeldurchblutung (--> Ischämie) mit akutem Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und -bedarf (--> Hypoxie) der Organe. In der Folge häufen sich dort --> toxische Stoffwechselprodukte an. Als Gegenreaktion des Körpers kommt es durch eine Adrenalinausschüttung zu einer Zentralisation des Kreislaufs: Die Durchblutung der Haut, Muskulatur, des Darmes, schließlich auch lebenswichtiger Organe wie der Lunge (sog. Schocklunge, --> ARDS) und der Niere wird zugunsten von Gehirn und Herz verringert. Damit droht ein --> irreversibles --> Multiorganversagen. Klinische --> Symptome sind Herzrasen (--> Tachykardie), Blutdruckabfall (--> Hypotonie) und blaß-kalte Haut. Die Schockursachen sind vielfältig: Volumenmangelschock (--> Hypovolämie) durch starken Flüssigkeits- oder Blutverlust, --> septischer [Link auf Sepsis] Schock (oft warme Haut) durch infektionsbedingte --> Toxine, --> anaphylaktischer Schock als bedrohlichste Form der --> allergischen Reaktion, --> kardiogener Schock etwa durch Herzinfarkt und --> neurogener Schock z.B. durch Schädel-Hirn-(-->)Trauma. Die sofortige --> Therapie besteht im Flüssigkeitsersatz (durch Schocklagerung, --> Infusionen); nur beim --> kardiogenen Schock erfolgt eine Hochlagerung des Oberkörpers bei vorsichtiger Volumengabe.
Sedoanalgesie
siehe --> Analgosedierung!
Sepsis
Blutvergiftung; schwere Allgemeininfektion durch Einschwemmen von Erregern eines Infektionsherdes in die Blutbahn. Klinisch stark reduzierter Allgemeinzustand, hohes und --> intermittierendes Fieber, bei Kleinkindern Krampfanfälle, bei Erwachsenen Schüttelfrost. Komplikationen sind septische Absiedlungen, septischer --> Schock und die sog. --> Verbrauchskoagulopathie. --> Therapeutisch wichtig ist die (--> chirurgische) Sanierung des ursächlichen Infektionsherdes. Die Prognose ist trotz moderner --> Breitbandantibiotika [bitte Verweis auf Antibiotika] und --> intensivmedizinischer Maßnahmen sehr ernst.
Sklerodermie
Gruppe seltener Hautkrankheiten mit einer Bindegewebsverhärtung, neben der Haut können auch innere Organe betroffen sein.
Sonografie
Sozialmedizin
medizinisches Fachgebiet, das sich mit den Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Krankheiten befaßt, z.B. Begutachtung der Arbeitsfähigkeit, Pflegebedürftigkeit und Schwerbehinderung sowie Durchführung von Maßnahmen der --> Rehabilitation.
SSW
= Abkürzung für Schwangerschaftswoche
STD
= sexually transmitted diseases, englisch für sexuell übertragbare Erkrankungen (vgl. --> Venerologie !), werden hauptsächlich durch den Geschlechtsverkehr übertragen. Neben den klassischen Geschlechtskrankheiten wie --> Syphilis oder --> Gonorrhoe spielen vor allem die Infektionen mit --> HIV (--> AIDS), --> Hepatitis B (HBV), humanen Papillomviren (--> HPV) und --> Chlamydien eine wichtige Rolle.
Stenose
Enge, Verengung von Gefäßen oder Hohlorganen.
Struma
= Kropf. Vergrößerung der Schilddrüse unabhängig von der Ursache und der Stoffwechsellage.
subakut
nicht all zu plötzlich oder heftig, insbesondere für --> Symptome und Krankheitsverläufe
subkutan
bindegewebiger Bereich unter der Haut, abgekürzt s.c. (für subcutan)
Sympathisches System
(= Sympathikus, im Gegensatz zum --> Parasympathikus) Der Teil des --> vegetativen Nervensystems, der der Leistungssteigerung des Organismus dient, den Körper in hohe Leistungsbereitschaft versetzt und ihn auf außergewöhnliche Anstrengungen vorbereitet (Stressreaktion). Typische Symptome gesteigerter Sympathikus-Aktivität sind Herzklopfen, Blutdruckanstieg, Blässe, feuchte Hände und trockener Mund. Anatomisch befindet sich der Sympathikus in Teilen des Hypothalamus und Hirnstamms sowie im Rückenmark des Brust- und Lendenbereichs und in Nervenzellansammlungen neben der Wirbelsäule (Grenzstrang). Die Überträgersubstanzen (--> Neurotransmitter) sind Acetylcholin (ACh) und Noradrenalin. Medikamente können die Wirkung des Sympathikus auf die Organe steigern (--> Sympathomimetika) oder hemmen (--> Sympatholytika).
Sympatholytika
Gruppe von Medikamenten, die das --> sympathische System hemmen, indem sie die entsprechenden Rezeptoren blockieren. Sie werden in alpha- und beta-Rezeptorenblocker unterteilt. Typisches Beispiel für sog. alpha-Blocker sind Medikamente zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung, für sog. beta-Blocker Medikamente zur Senkung des Blutdrucks.
Sympathomimetika
auch Sympathikomimetika; Gruppe von Medikamenten, die die Wirkung des Sympathikus nachahmen bzw. das --> sympathische System stimulieren und damit ganz allgemein leistungssteigernd wirken (Adrenalinwirkung). Typisches Beispiel sind die Beta-2-Sympathomimetika (z.B. Fenoterol), die meist als Spray beim --> Asthma bronchiale angewandt werden.
Symptom
Krankheitszeichen (z.B. Fieber, Schmerzen, unfreiwilliger Gewichtsverlust, Gelbsucht)
- oben
- T
T-Lymphozyten
kurz T-Zellen. Untergruppe der weißen Blutkörperchen (--> Leukozyten), die nur auf Körperzellen gebundene --> Antigene erkennen können (zellvermittelte Immunantwort)
Tachykardie
Herzrasen, Steigerung der Herzfrequenz auf über 100 Schläge pro Minute (--> physiologisch bei Säuglingen und bei körperlicher Anstrengung), verursacht u.a. durch Herz- oder Schilddrüsenerkrankungen.
Therapie
Behandlung. Maßnahmen zur Heilung oder Linderung von Beschwerden
Thoraxchirurgie
Teilgebiet der Chirurgie, das sich mit der Untersuchung und --> operativen Behandlung von Fehlbildungen und Erkrankungen der Lunge, der --> Bronchien, des --> Mediastinums, des Rippenfells und der Brustwand beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der --> Pneumologie und --> Onkologie.
Thrombose
Blutpfropfbildung, d.h. Bildung eines Blutgerinnsels (= Thrombus) in einem Gefäß; wesentliche Entstehungsfaktoren sind ein Schaden der Gefäßwand, eine erhöhte Gerinnungsneigung und ein veränderter Blutfluß (sog. Virchow'sche Trias); kommt sehr häufig in den tiefen Beinvenen (Phlebothrombose) vor, aber auf dem Boden einer --> Arteriosklerose auch in Arterien.
Thymus
--> lymphatisches Organ im --> Mediastinum, das dem Aufbau und der Entwicklung des --> Immunsystems dient und sich im Erwachsenenalter zurückbildet.
Titer
chemisch-physikalisch der Gehalt einer gelösten Substanz (siehe --> Titration !)
Titration
chemische Messmethode zur Bestimmung des Gehaltes einer gelösten Substanz (siehe --> Titer !)
Toxikologie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit den schädlichen Wirkungen von Stoffen und Arzneimitteln auf den Menschen beschäftigt (Vergiftungen). Vergleiche auch -- > Pharmakologie !
Toxine
toxisch
Transfusion
Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen (vgl. --> Infusion !)
transitorisch
vorübergehend, insbesondere für --> Symptome
Transplantation
bezeichnet die Übertragung oder Verpflanzung eines Transplantates (Zellen, Gewebe, Organe, Gliedmaßen) an eine andere Körperstelle oder auf einen anderen Patienten. Man unterscheidet fünf Arten der Transplantation: autolog (Spender und Empfänger sind dieselbe Person), syngen (Spender ist der eineiige Zwilling des Empfängers), --> [Link auf Allotransplantation] allogen (Spender gehört der gleichen Art an), xenogen (Spender gehört einer anderen Art an, z.B. Schweineherzklappe) und alloplastisch (künstliches Material).
Transplantationschirurgie
medizinisches Fachgebiet (mit --> Allgemein- und --> Viszeralchirurgie) und Teilgebiet der Chirurgie, das sich mit der Verpflanzung von Geweben und Organen (Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse) beschäftigt, in der Regel an spezialisierten Transplantationszentren.
Trauma
körperliche oder psychische Verletzung, Wunde.
Triglyzeride
auch Neutralfette genannt; chemische Verbindungen von Glycerin mit drei Fettsäuren, gehören zur Klasse der --> Lipide (vgl. auch --> Hypertriglyzeridämie !)
- oben
- U
Ureterolitholapaxie
(= ULP) Entfernung eines Harnleitersteins per Spiegelung. Kombination einer --> Ureterorenoskopie mit einer Steinentfernung. Dabei wird der Stein mit speziellen Sonden unter Sichtkontrolle im Harnleiter zertrümmert. Die zerkleinerten Teile werden herausgespült oder mittels Steinzange oder Dormia-Körbchen entfernt. Wegen der Verquellung des Harnleiters wird abschließend zumeist ein --> Doppel-J-Katheter eingelegt.
Ureterorenoskopie
(= URS) Spiegelung von Harnleiter und Nierenbecken. Bei dieser Untersuchung wird ein --> Endoskop unter Sichtkontrolle durch die Harnröhre in die Blase eingeführt und mittels Führungsdraht in den Harnleiter hochgeschoben. Die Lage wird ggf. durch eine Röntgenuntersuchung, oft mit Gabe von Kontrastmittel kontrolliert.
Urethrozystoskopie
siehe --> Zystoskopie! Spiegelung (vgl. --> Endoskopie!) von Harnröhre (Urethra) und Harnblase (Cystis)
Urolithiasis
Harnsteinleiden --> siehe Nephrolithiasis!
Urologie
medizinisches Fachgebiet, das die Untersuchung und --> operative wie --> konservative Behandlung von Erkrankungen der harnbildenden und harnableitenden Organe (Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre) sowie der männlichen Geschlechtsorgane (Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, Penis und Prostata) umfaßt. Häufig sind Steinleiden (--> Nephrolithiasis), Harnwegsentzündungen, Prostataleiden, Blasentumore, Blasenschwäche (--> Inkontinenz), Vorhautverengung (--> Phimose) und Zeugungsschwäche (--> Impotenz). Es gibt Überschneidungen mit der --> Nephrologie,--> Onkologie,--> Neurologie,--> Gynäkologie und --> Chirurgie. Vergleiche auch --> Andrologie !
- oben
- V
vegetativ
autonom, nicht vom Willen oder Bewußtsein beeinflußt (siehe --> vegetatives Nervensystem !)
Vegetatives Nervensystem
= autonomes Nervensystem, Vegetativum; vermittelt biologisch festliegende, automatisch ablaufende Anpassungs- und Regulationsvorgänge im Körper, die vom Menschen nicht willentlich beeinflusst werden können. Es dient der Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts (--> Homöostase) und kontrolliert die lebenswichtigen Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel. Außerdem unterliegen u.a. auch die Sexualorgane, die Schweißdrüsen und die inneren Augenmuskeln (Pupillenreaktion) der vegetativen Steuerung. Die drei Komponenten des vegetativen Nervensystems sind das --> sympathische, das --> parasympathische und das --> enterische Nervensystem.
Venerologie
Lehre von den sexuell übertragbaren (= --> STD, z.B. --> Hepatitis B, --> AIDS) und Geschlechtskrankheiten (z.B. --> Syphilis); Teilgebiet der --> Dermatologie.
Videoendoskopie
Untersuchung von Körperhöhlen mit Hilfe eines flexiblen Gerätes (siehe --> Endoskopie !) und einer integrierten Videokamera mit sehr detaillierten Live-Aufnahmen des Körperinneren.
Virologie
zusammen mit der --> Mikrobiologie und --> Infektionsepidemiologie Teil eines medizinischen Fachgebietes; befasst sich mit der Vorbeugung, Untersuchung und Behandlung von Virusinfektionen.
Viszeralchirurgie
= Bauchchirurgie; medizinisches Fachgebiet (mit der --> Allgemeinchirurgie) und Teilgebiet der Chirurgie, das sich mit der --> operativen Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Bauchorgane (Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz) beschäftigt; überschneidet sich mit Bereichen der Inneren Medizin und --> Urologie.
Vomitus
Vulvakarzinom
bösartige Neubildung im Bereich der äußeren weiblichen Geschlechtsteile
- oben
- W
Wertheim-OP
radikale Entfernung von Gebärmutter, Eierstöcken und Becken-Lymphknoten per Hautschnitt bei --> Zervixkarzinom
- oben
- X
Xanthelasma
gelbliche Fettablagerungen zumeist im Bereich der Augenlider
Xanthom
fleischfarbene bis gelbliche Fetteinlagerungen der Haut
- oben
- Y
YAG-Laser
= Yttrium-Argon-Granat-Laser (siehe --> Laser!)
- oben
- Z
Zervixkarzinom
bösartige Neubildung des Gebärmutterhalses
Zystoskopie
genauer Urethrozystoskopie = Spiegelung (vgl. --> Endoskopie!) der Harnröhre (Urethra) und Blase (Cystis)
- oben
- Ä
Ästhetische Chirurgie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit formverändernden Eingriffen beschäftigt, die nicht medizinisch notwendig sind. Es handelt sich um sog. Schönheitsoperationen. Vgl. --> Plastische Chirurgie !
- oben
- Ö
Ödem
ist eine Anschwellung des Gewebes aufgrund einer Einlagerung von Flüssigkeit; --> Symptom vieler Erkrankungen wie z.B. einer --> Herz- oder --> Niereninsuffizienz, --> Leberzirrhose, Beinvenen- -->Thrombose oder eines --> Lymphödems.
ÖGD
= Ösophagogastroduodenoskopie. Spiegelung (vgl. --> Endoskopie!) von Speiseröhre (Ösophagus), Magen (Gaster) und Zwölffingerdarm (Duodenum), dient z.B. der Feststellung und Behandlung von Geschwüren.
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