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Pränatal Diagnostik
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Die pränatale Diagnostik umfaßt die Früherkennung von Fehl-
bildungen und Erkrankungen des ungeborenen
Kindes im Mutter- leib. Damit sollen Krankheits- häufigkeit und Sterblichkeit von Neugeborenen vermindert werden.
Sinnvoll sind entsprechende Maßnahmen zum einen dann, wenn bei der Betreuung der
Schwangeren Entwicklungs- störungen des Kindes auffallen,
und zum anderen bei einer sog. Risikoschwangerschaft.
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Fachlichen Beratung
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Im Zusammenhang mit der pränatalen Diagnostik wird eine Reihe menschlicher, ethischer und juristischer Fragen aufgeworfen.
Grundsätzlich kann ein Konflikt zwischen dem elterlichen Wunsch nach einem gesunden Kind und dem Schutzbedürfnis des
ungeborenen Kindes auftreten.
Zur fachlichen Beratung der Schwangeren gehört auch der Hinweis, dass es für die meisten
feststellbaren Besonderheiten keine ursächliche Therapie gibt. Somit bestehen im Falle eines krankhaften
Untersuchungsbefundes letztlich nur diese Alternativen:
- die Annahme des Kindes mit seiner Besonderheit
- nach der Geburt die Freigabe des Kindes zur Adoption
- die nachgeburtliche Abgabe des Kindes in eine Pflegefamilie oder in ein Heim
- der Schwangerschaftsabbruch.
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Elemente der pränatalen Diagnostik
↑ oben
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Die pränatale Diagnostik enthält folgende Elemente:
a)
frühzeitige anamnestische Erfassung von Risikofaktoren für Entwicklungsstörungen des Kindes, wie z.B.
Erkrankungen, Suchtleiden oder Medikamenten-Mißbrauch der Schwangeren
b)
Ultraschalluntersuchungen bieten eine immer bessere Aufdeckung von krankhaften Befunden und führen zur
Abnahme der invasiven Methoden.
c)
sog. Triple-Test zur genaueren Riskobestimmung (Untersuchung dreier Markersubstanzen im mütterlichen Serum)
d)
invasive Methoden (Fruchtwasseruntersuchung, Chorionzottenbiopsie, Nabelschnurpunktion)
Wegen des Abortrisikos (Fehlgeburt), d.h. dass ein Kind durch den Eingriff verloren geht, sollten die möglichen
Gründe für eine invasive pränatale Diagnostik besonders abgewogen werden:
- erhöhtes Alter der Schwangeren
- auffällige Serummarker
- verdächtige Ultraschallbefunde
- spezielle Erkrankungen in der Familie
- Exposition der werdenden Mutter gegenüber gefährlichen Stoffen oder Strahle
Die möglichen invasiven Methoden sind im einzelnen:
Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)
Damit wird die ultraschallgesteuerte Punktion der Fruchtblase durch die Bauchdecke zur Untersuchung der im
Fruchtwasser befindlichen fetalen Zellen bezeichnet. Sie erfolgt in der Regel ab der 13. SSW (= Schwangerschaftswoche)
und ist mit einem Abortrisiko von 0,5 bis 1,0 % behaftet. Eine Amniozentese vor der 11. SSW hat ein deutlich
erhöhtes Abortrisiko und kann durch die diagnostisch gleichwertige Chorionzottenbiopsie ersetzt werden.
Chorionzottenbiopsie
Die ultraschallgestützte Biospie von Gewebe der Fruchthöhle, das sich später zur Plazenta entwickelt, wird heute
praktisch nicht vor der 12. SSW durchgeführt. Das Abortrisiko ist an entsprechend ausgewiesenen medizinischen Zentren
zwar nicht höher als das bei der Amniozentese. Doch aufgrund besserer Alternativen (Feinultraschall) nimmt die Häufigkeit
dieser Untersuchung ab.
Nabelschnurpunktion (Chordozentese)
Hierbei wird etwa ab der 20. SSW Blut aus der Nabelschnur des Ungeborenen entnommen, das Hinweise auf eine Anämie oder
Infektion des Kindes geben kann. Das Risiko eines Aborts liegt bei bis zu 5 %.
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