Reisemedizin
Vorbereitung einer Reise
Logo von Deutsche Medizinauskunft Eine gute Planung und Vorbereitung einer Reise ermöglicht einen stressfreien Urlaubs - Genuss mit Erholungswert. Beschäftigt man sich ausgiebig mit Informationen über das Reiseziel, erhöht sich nicht nur die Vorfreude, sondern man läuft auch weniger Gefahr, etwas Wichtiges zu vergessen oder bei Problemen ratlos dazustehen.
Vorbereitung ↑ oben
Besorgen Sie sich aktuelle Informationen über Klima, Land und Leute Ihres Reiseziels. In fremden Kulturen herrschen oft andere Sitten als bei uns, insbesondere Kleidervorschriften. Sich dem anzupassen ist nicht nur ein Gebot der Höflichkeit, sondern dient auch dazu, freundlich aufgenommen und behandelt zu werden. Wichtig sind auch Auskünfte über Einreisebestimmungen, um die Formalitäten rechtzeitig erledigen zu können. Um gesundheitlichen Gefahren vorbeugen zu können, spielen neben dem Urlaubsland auch die Reiseart und die geplanten Aktivitäten eine Rolle. Ein Abenteuerurlaub fernab der Zivilisation erfordert andere Vorsichtsmaßnahmen als z.B. eine all-inclusive-Reise. Persönliche Beratung können Sie unter "Gesundes Reisen" oder "Centrum für Reisemedizin" erhalten. Reiseberichte werden z.B. unter "Der Reisetipp" veröffentlicht.

Zur medizinischen Urlaubsvorsorge wenden Sie sich mindestens 6 Wochen vor der Abreise an Ihren Hausarzt. So haben Sie ausreichend Zeit, den Impfschutz zu vervollständigen und die Reiseapotheke abzusprechen. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, lassen Sie sich eine ausreichende Menge verschreiben, da Ihre gewohnten Arzneimittel nicht überall erhältlich sind und in fremden Ländern oft auch Fälschungen verkauft werden. Falls Sie anfällig für bestimmte Erkrankungen (wie Allergien, Erkältungen oder Seekrankheit) sind, so empfiehlt es sich, entsprechende Mittel einzupacken. Denken Sie bei der Zusammenstellung auch an mitreisende Familienmitglieder! Schließlich kann Sie ein Zahnarztbesuch vor der Abreise vor unangenehmen Überraschungen im Urlaub bewahren.

Auch was Sie auf Reisen mitnehmen wollen, will gut durchdacht sein. Machen Sie sich Listen über das, was sie benötigen, und überlegen Sie, was davon ins Handgepäck gehört. Dadurch vermeiden Sie auch, dass Ihr Gepäck zu schwer wird oder Sie fehlende Dinge teuer im Urlaubsland kaufen müssen. Unentbehrliches gehört auf jeden Fall ins Handgepäck, da es durchaus vorkommen kann, dass Ihr Koffer später als Sie das Ziel erreicht. Kennzeichnen Sie Ihre Gepäckstücke mit Ihrem Namen und Adresse auf speziellen Anhängern. Dabei sollte jedoch vermieden werden, dass Fremde auf den ersten Blick erkennen, dass Ihre Wohnung für längere Zeit verlassen sein wird.

Die Auswahl der Kleidung hängt in erster Linie von Ihrem Urlaubsziel und Ihren dort geplanten Unternehmungen ab. Grundsätzlich sollten Sie bei Reisen in warme Länder leichte, luftige Kleidung aus Naturfasern bevorzugen. Trotzdem empfiehlt sich auch immer ein wärmendes Kleidungsstück (z.B. Jacke oder Pullover) mitzunehmen, um auch bei einem Aufenthalt in klimatisierten Räumen und an kühlen Abenden nicht frieren zu müssen. Der Kleidungsstil sollte den im Urlaubsland geltenden kulturellen Erfordernissen angepasst werden, damit einem Besuch einer öffentlichen oder religiösen Einrichtung nichts im Wege steht.

Alle Reisedokumente müssen sehr sorgfältig aufbewahrt werden, da ein Verlust unangenehme Folgen nach sich zieht. Vorweg sollten Sie sich genau über Einreise- und Devisenbestimmungen und evtl. noch nötige Dokumente erkundigen und sicherstellen, dass diese noch lange genug gültig sind. Viele Länder verlangen auch für Kinder einen eigenen Reisepass. Visa sind rechtzeitig zu beantragen, ebenso ein internationaler Führerschein, falls Sie ein Auto mieten möchten. Impf- und Notfallausweise nicht vergessen! Bei Fahrten mit dem eigenen Auto sollten Sie sich erkundigen, ob ihre Versicherung im Urlaubsland gültig ist. Von allen wichtigen Dokumenten sollten Sie eine Fotokopie anfertigen und getrennt von den Originalpapieren aufbewahren. Erkundigen Sie sich nach der Adresse der zuständigen Auslandsvertretung Deutschlands im Urlaubsland. Informationen erhalten sie z.B. beim Auswärtigen Amt.

Zu den Reiseunterlagen gehören auch die Flugtickets und Reservierungen für Hotel und Mietwagen. Erkundigen Sie sich, ob Ihr Rückflug vorher bestätigt werden muss, und notieren Sie sich die Telefonnummer des Büros der Fluggesellschaft. Je nach den Devisenbestimmungen im Urlaubsland nehmen Sie entsprechend Bargeld, Reiseschecks oder Kreditkarten mit. Fertigen Sie eine Liste mit allen Daten an und notieren Sie, was Sie unternehmen müssen, um im Falle eines Verlusts die Karten sperren lassen zu können und wie Sie Ersatz bekommen. Notieren Sie keinesfalls die Geheimnummern, sondern lernen Sie sie auswendig!

Fragen Sie Ihre Krankenversicherung, inwieweit ein Versicherungsschutz im Urlaubsland besteht. Möglicherweise kann der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung sinnvoll sein. Eine Reiserücktrittversicherung übernimmt die Kosten der Reise, wenn Sie die Reise aus wichtigen Gründen nicht antreten können. In der Regel gilt eine Unfallversicherung weltweit, so dass eine spezielle Reiseunfallversicherung überflüssig ist. Falls sie eine Unfallversicherung haben, notieren Sie auch, wie Sie sich im Ausland verhalten müssen.

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Mobilfunkanbieter, inwieweit Sie das Handy auch im Ausland benutzen können und erfragen Sie die Tarife. Erkundigen Sie sich, wie Sie vorgehen müssen, um ein verlorenes Handy sperren lassen zu können.

Haben Sie auch an alles gedacht? - In die Reisevorbereitung müssen Sie auch mit einbeziehen, wer zuhause Ihre Blumen gießt, Ihr Haustier versorgt und Ihren Briefkasten leert. Sie sollten einer Person Ihres Vertrauens die Wohnungsschlüssel überlassen, damit Sie bei Ihrer Rückkehr nicht mit unliebsamen Überraschungen rechnen müssen, falls während Ihrer Abwesenheit etwas passieren sollte. Überquellende Briefkästen oder sich stapelnde Zeitungen stellen für potentielle Einbrecher geradezu eine Einladung dar.
Checkliste ↑ oben
Rechtzeitig vor Reiseantritt:
  • aktueller Reiseführer
  • Sprachführer
  • Einreisebestimmungen
  • Hausarzt (mind. 6 Wochen vor dem Urlaub): verschreibungspflichtige Medikamente, Impfungen
  • Zahnarztbesuch
  • Gepäckstücke kennzeichnen (verdeckt)
  • Reisedokumente (Reisepaß, Kinderausweise, Visum, Bargeld, Reiseschecks, Kreditkarten, internationaler Führerschein, Impfausweis, Notfallausweis, Reisetickets, Reservierungen, Gutscheine, Auslandskrankenversicherung, Reiserücktrittversicherung - alle fotokopieren)
  • Adresse der zuständigen Auslandsvertretung Deutschlands im Urlaubsland


Kurz vor Reiseantritt:
- Bestätigungstelefonat zum Flughafen (falls notwendig)

Handgepäck:
  • Brustbeutel oder Lendengürtel (für eine diebstahlsichere Aufbewahrung von Geld und Reisedokumenten)
  • Schreibzeug
  • Reise- und Sprachführer
  • Mobiltelefon
  • gute Sonnenbrille (auch für die Kinder)
  • Digitalkamera, Camcorder
  • Reiseapotheke
  • Bücher, Zeitschriften, Spiele (für lange Fahrten oder Wartezeiten)


Koffergepäck:
  • Kopfbedeckung (breitkrempige Hüte zum Schutz von Gesicht und Nacken)
  • Schuhe (grundsätzlich bequem; Wander-, Bade- und Sportschuhe, luftige Sandalen)
  • Kleidungsstück für besondere Anlässe
  • Badekleidung
  • Sportkleidung
  • Schwimmhilfen für Kinder
  • Kamm, Bürste
  • Nagelset
  • Taschentücher
  • Taschenlampe (mit Ersatzbatterien)
  • Kerzen, Feuerzeug
  • Mehrzwecktaschenmesser
  • Nähzeug
  • Handwaschmittel
  • ggf. Ersatzbrille oder Pflegemittel für Kontaktlinsen
  • Ladegeräte (für Handy oder Kamera, evtl. Adapter)
  • Reisewecker
  • Schreibmaterial, Adressenliste
  • ggf. Moskitonetze
Impfungen ↑ oben
Während Kinder und Jugendliche im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen die allgemein empfohlenen Impfungen erhalten und gut geschützt sind, weisen Erwachsene häufig Impflücken auf, da die Auffrischimpfungen oft vergessen werden. Vor einer Reise ist unbedingt der aktuelle Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. Wenden Sie sich hierzu rechtzeitig an ihren Hausarzt.

Neben den Kinderschutzimpfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Keuchhusten (Pertussis) und Hepatitis B sollte der Impfschutz überprüft werden auf:

Diphtherie:
Der Erreger dieser potentiell tödlichen Krankheit wird meist über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Auffrischimpfung sollten spätestens alle 10 Jahre nach erfolgter Grundimmunisierung erfolgen. Normalerweise wird gleichzeitig auch gegen Tetanus geimpft (Kombinationsimpfstoff). Zur Grundimmunisierung sind drei Impfungen notwendig, wobei eine Schutzwirkung etwa zwei Wochen nach der 2. Injektion erreicht wird.

Wundstarrkrampf (Tetanus):
Die Erreger dieser auch potentiell tödlichen Krankheit kommen überall, ganz besonders in Erde, vor und können auch über kleine Verletzungen oder verschmutzte Wunden in den Körper gelangen. Nach der Grundimmunisierung sind Auffrischimpfungen alle 10 Jahre erforderlich, im Verletzungsfall jedoch bereits dann, wenn die letzte Impfung länger als 5 Jahre zurückliegt.

Kinderlähmung (Poliomyelitis):
Nach erfolgter Grundimmunisierung im Kindesalter wird hierzulande eine Auffrischimpfung für Erwachsene nicht mehr empfohlen. Bei Reisen in Länder mit Infektionsrisiko ist sie jedoch anzuraten, wenn die letzte Impfung 10 Jahre zurückliegt. Die Grundimmunisierung umfasst drei Gaben, eine Schutzwirkung wird nach der 2. Impfung erreicht. Die Kinderlähmung wird auf oral-fäkalem Wege (mangelnde Hygiene) übertragen und durch Viren verursacht.

Für bestimmte Altersgruppen, bestimmte Berufsgruppen oder Personen mit chronischen Erkrankungen sind zum Teil zusätzliche Impfungen empfehlenswert:
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Gelbfieber (bei Reisen in infektionsgefährdete Gebiete)
  • Grippe (Influenza) (für Personen mit chronischen Erkrankungen oder über 60 Jahre)
  • Meningokokken-Meningitis (bei Reisen in infektionsgefährdete Länder)
  • Pneumokokken (für Personen mit chronischen Erkrankungen oder über 60 Jahre)
  • Tollwut
  • Typhus
  • Windpocken (Varizellen)


Die aktuellen Impfempfehlungen werden von der ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts herausgegeben. Spezielle Empfehlungen zu Reiseimpfungen finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit.

Auch Last-Minute-Reisende sollten sich für die gesundheitliche Vorsorge noch Zeit nehmen. Einige Impfungen und eine Malariaprophylaxe können auch noch kurz vor dem Abflug sinnvoll sein. Problematisch wird es, wenn gegen Krankheiten geimpft werden soll, für die noch keine Grundimmunisierung besteht. Die Gelbfieber-Impfung muss mindestens 10 Tage vor der Einreise in ein gelbfiebergefährdetes Gebiet erfolgen. Im Extremfall können bis zu 5 Impfungen an einem Tag gegeben werden (Hepatitis A, Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis, Typhus). Auch wenn sich der Schutz erst langsam aufbaut, kann eine kurzfristig verabreichte Impfung sinnvoll sein.

Malaria: Gegen diese gefährliche Infektionskrankheit gibt es noch keine Impfung. Etwa 1.000 Malariafälle werden jedes Jahr nach Deutschland eingeschleppt, wovon etwa 20 tödlich verlaufen. Da die Malaria in allen tropischen Gebieten weit verbreitet ist, sind guter Mückenschutz und eine medikamentöse Prophylaxe besonders wichtig. Das klassische Hauptsymptom ist das schubweise, alle zwei bis drei Tage auftretende Fieber. Malaria kann aber auch ohne dieses typische Wechselfieber verlaufen. Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn sich nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet unklares Fieber einstellt. Die Malaria kann auch noch Monate nach der Reise ausbrechen.
Reise-Apotheke ↑ oben
Eine sorgfältig ausgestattete Reiseapotheke sollte soviel wie nötig und so wenig wie möglich enthalten. Reiseziel, Reisedauer und Reiseart bestimmen ihren Inhalt.

Grundsätzlich sind alle Medikamente kühl und trocken sowie in der Originalverpackung mit Beipackzettel aufzubewahren. Da Medikamente im Urlaub besonders von Temperaturschwankungen betroffen sein können, prüfen Sie unbedingt das Verfallsdatum.

Zur Basisausstattung der Reiseapotheke gehört ein Erste-Hilfe-Set (Desinfektionsmittel, Mull- und elastische Binden, Pflaster, Kompressen, Verbandtuch und Schere). Durch die sorgfältige Wundreinigung und -desinfektion kleiner Bagatellverletzungen können schwere Wundinfektionen vermieden werden.

Zu diesem Erste-Hilfe-Set gesellen sich Mittel gegen:
  • Fieber und Schmerzen (Paracetamol, Acetylsalicylsäure)
  • Hautausschläge und Verbrennungen
  • Übelkeit und Erbrechen (Metoclopramid)
  • Durchfall (Loperamid)
  • Insektenstiche (insektenabweisende Cremes, z.B. Autan®).
Ganz wichtig in der Reiseapotheke ist auch ein Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Schutzfaktor.

Empfehlenswert sind außerdem:
  • Mittel gegen Reisekrankheit (Scopolamin-Pflaster)
  • Malariamittel (bei Tropenreisen)
  • Salbe gegen Pilzinfektion
  • Salbe für Sportverletzungen (lokal schmerzlindernd und abschwellend)
  • kühlendes Gel bei Sonnenbrand
  • Fieberthermometer (nicht zerbrechlich)
  • Pinzette (zum Entfernen von Splittern)


Chronisch Kranke sollten ihre individuell benötigten Medikamente in Abstimmung mit dem Hausarzt in ausreichender Menge mitnehmen. Gerade diese wichtigen Mittel sind im Urlaubsland oftmals schlecht zu besorgen, die Sicherheit ihrer Wirkung nicht immer gewährleistet. Sie sollten unbedingt im Handgepäck transportiert werden. Für den Fall einer ärztlichen Behandlung im Urlaubsland ist eine in Englisch verfaßte Krankengeschichte, ein sog. Medical Report, nicht nur bei beruflich Reisenden sehr zu empfehlen.
Behandlung ↑ oben
Auch wenn Sie gut erholt aus Ihrem Traumurlaub zurückgekehrt sind, sollten Sie bedenken, dass manche Krankheiten erst Monate später ausbrechen können. Wenn sie Anzeichen einer Erkrankung wie Fieber, Durchfall, Schwächegefühl oder Hautveränderungen bemerken, sollten Sie umgehend den Hausarzt aufsuchen und auf Ihren Auslandsaufenthalt hinweisen. Nur so kann eine möglicherweise gefährliche Erkrankung rechtzeitig erkannt und geheilt werden. Malaria z.B. führt meist nur dann zum Tode, wenn die Krankheit zu spät entdeckt wurde. Wenn Sie während Ihres Urlaubs medizinische Hilfe in Anspruch genommen haben, sollten Sie Ihren Arzt ebenfalls über die Art Ihrer Erkrankung und die Behandlung informieren.